Projekte
Forschungsschwerpunkte des BAZ durch die laufenden Projekte der beteiligten Institute und Mitglieder
Wasser in Asien: Forschungen zur Politischen Ökologie fluider Ressourcen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab Sommer 2011 bis 2014 bislang drei der fünf Teilprojekte des Paketantrags.
Die Forschungsprojekte, die in diesem Paketantrag zusammengefasst sind, widmen sich der Untersuchung des Zugangs zu und des soziokulturellen Umgangs mit der Ressource Wasser im Großraum Monsunasien und Randgebieten dieser Region. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen wird aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht exemplarisch thematisiert. Gleichzeitig wird auch interdisziplinär die Brücke zu den Biowissenschaften geschlagen werden, um einen Aspekt des Verhältnisses Mensch – Kultur – Umwelt transdisziplinär um-fassend zu untersuchen. Das Verhältnis von Mensch, Umwelt und Kultur zueinander hat in den letzten Jahrzehnten verstärkte Bedeutung gewonnen durch die Hinwendung sowohl der Wissenschaft als auch der Politik zu lokalen und globalen Umweltproblematiken, die sich als ungewollte „Nebenfolgen“ der Industrialisierung und der folgenden wirtschaftlichen Entwick-lung eingestellt haben.
Ziel des angestrebten Forscherverbundes ist ein Beitrag zur Grundlagenforschung. Im Mittelpunkt steht empirische begründete Theoriebildung zu Politischer Ökologie bzw. gesell-schaftlichen Naturverhältnissen. Unsere Projekte sind grundlagenbezogen und erforschen die Leitfrage anhand exemplarischer Wasser-Settings in Geschichte und Gegenwart Monsun-asiens. Die Projekte besitzen allerdings z.T. erhebliche Anwendungsrelevanz. Jedes Projekt benennt außer seinem spezifischen Thema einen Fokus bezüglich politischer Einheiten (subnational, national, international, global). Ferner wird ein Schwerpunkt bezüglich der Pers-pektive zwischen der kulturspezifischen Innensicht der Akteure (emic) und der distanzierten bzw. vergleichenden Außenperspektive (etic) gesetzt.
Den Rahmenantrag des Gesamtantrags finden Sie hier.
Die Teilprojekte:
Professor Dr. Ch. Antweiler: Wasserkonzepte und Wasserkonflikte in Sekundärstädten Indonesiens
Dr. G. Distelrath: Zum Verständnis der Ressource Wasser in der japanischen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit
Dr. D. Gondhalekar: Health impact of water access in urban Tibet
Dr. O. Pye/Prof. Dr. M Flitner: Stadt, Land, Fluss: eine politische Ökologie des Sungai Kapuas (Kalimantan, Indonesien)
Dr. D. Taranczewski: Rezente und historische Zugänge zur Ressource Wasser in der Region Himeji in West-Japan
Crossroads Asia: Konflikt - Migration - Entwicklung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert von 2011 bis 2014 das Kompetenznetzwerk Crossroads Asia, in dem das ZEF ein zentraler Partner sein wird. Crossroads Asia umfasst die Region, die sich von Ostiran bis Westchina und vom Aralsee bis Nordindien erstreckt. Das Kompetenznetzwerk definiert Crossroads Asia als einen vielfältigen Handlungsraum, der durch das Überschreiten von kulturellen und sozialen Grenzen seiner Bewohner konstituiert wird. Hiermit folgt Crossroads Asia einem innovativen "post-area studies"-Ansatz.
Crossroads Asia ist durch enorme gesellschaftliche Dynamiken geprägt wie etwa die vielschichtigen Konflikte in Afghanistan, Kaschmir oder im Ferghana-Tal oder die intensiven Migrationsbewegungen innerhalb der Region und aus dieser hinaus. Diese – so die zentrale Annahme des Kompetenznetzwerks – können nur unzureichend mit herkömmlichen, in der nationalstaatlichen Logik verhafteten Theorien verstanden werden. Daher stellt das Kompe-tenznetzwerk die Untersuchung der Ströme und Netzwerke von Gütern, Menschen und Ideen in Crossroads Asia in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Analyse. Damit kommt der Mobilität der Bevölkerung eine wichtige Bedeutung zu. So werden die Themenbereiche Kon-flikt, Migration und Entwicklung über die "Linse" Mobilität wissenschaftlich analysiert und in einen kausalen Zusammenhang gebracht.
Das Kompetenznetzwerk Crossroads Asia besteht aus sieben deutschen Universitäten und Forschungsinstituten. Die Universität Bonn ist mit zwei Instituten involviert, dem Institut für Orient-und Asienwissenschaften und dem ZEF, in welchem die Geschäftsstelle des Netzwerks angesiedelt sein wird. Aufgabe des Kompetenznetzwerks ist es, den Ansatz der Crossroads Studies durch wissenschaftliche Forschung weiterzuentwickeln.
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Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“, koordiniertes Forschungsprojekt (BMBF)
Internationales Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung, Centre for Advanced Study
Direktor: Prof. Dr. Werner Gephart
Das Käte Hamburger Kolleg Recht als Kultur möchte einen Beitrag zum Verständnis von Recht in Zeiten einer voranschreitenden Globalisierung normativer Ordnungen leisten. Anders als den Rechtswissenschaften, insbesondere der Rechtsdogmatik, geht es hier nicht um die quid-juris-Frage, sondern darum, Recht als eine wichtige Dimension einer sich globalisie-renden Welt mit den kategorialen und methodischen Mitteln der Geisteswissenschaften begreiflich zu machen. Insofern ist das Recht, gegenüber einem Diskussionsstand im 19. Jahrhundert, auch als ein legitimer Gegenstand der Kulturwissenschaften zum Verständnis zentraler Probleme der Gegenwart wiederzuentdecken.
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Europa von außen gesehen - Nahöstliche Perspektiven aus Europa auf Europa, koordiniertes Forschungsprojekt (BMBF)
Projektleiter Dr. Bekim Agai
Europa und der Nahe Osten sind seit dem 19. Jahrhundert auf sehr vielfältige Weise eng miteinander verbunden. Das Bild von Europa, wie es vor allem durch Europareisende und Exilanten in Reiseberichten, Briefen, Zeitungsartikeln etc. geprägt wurde, spielt seit dieser Zeit eine bedeutende Rolle in innergesellschaftlichen Prozessen und Debatten im Nahen Osten. Identität und Alterität werden in einem transaktionalen Prozess gebildet. Der Blick von außen auf Europa dient zur Identitätsbildung des Nahen Ostens, beeinflusst damit aber auch, wie sich Europa selbst durch Interaktion mit dem Nahen Osten wahrnimmt. Ziel der Nachwuchsforschergruppe ist es, den Formationen von Europa in der Region zu untersuchen, in der heute die Nationalstaaten der Türkei, des Irans und der arabischen Mittelmeeranrainerstaaten liegen. Hierbei soll insbesondere der Tatsache Rechnung getragen werden, dass seit dem 19. Jahrhundert der Blick "von außen auf Europa" maßgeblich durch diejenigen geprägt wird, die aus Europa über Europa in die Heimat berichten. Der zeitliche Schwerpunkt der angestrebten Projekte soll vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis nach dem 2. Weltkrieg reichen.