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Grenzen

Grenzen sind gleichermaßen Zeugnis von Mobilität – sowohl physischer als auch ideeller – und Grund für Immobilität, denn Bewegungen werden einerseits über geographische, politische, soziale und kulturelle Grenzen hinweg unternommen, d.h. sie vermitteln Kontakt zwischen Innen und Außen, andererseits hemmen bzw. unterbinden sie Mobilität und fungieren somit als Abgrenzung. Zumeist sind es Membrane, die Menschen, Güter und Ströme allgemein filtern. Grenzen sind dabei nicht nur physische Demarkationen, sondern auch soziale Konstruktionen, die zum Beispiel binäre Konstruktionen von „die“ und „wir“ bzw. „drinnen“ und „draußen“ erstellen.

In der Erforschung von Grenzen und Grenzregionen kommt man nicht umhin, die Debatte um Begrifflichkeiten zu berücksichtigen, da diese abhängig sind von Sprachzugehörigkeit, wissenschaftliche Disziplin und Kontexten.
So drücken die aus dem anglophonen und teils auch in den romanischen Sprachen vorhandenen Begriffe border, boundary und frontier unterschiedliche Facetten des Terminus Grenze aus. Frontier bezeichnet einen undefinierten GrenzRAUM, bzw. unbekanntes Neuland. Unter boundary wird dahingegen eine klar definierte Grenze verstanden, die häufig zur terrestrischen Fixierung politischer Grenzziehungen verwendet wird. Wie auch border wird boundary oftmals genutzt, um auch soziale oder kulturelle Unterschiede zu demarkieren, wobei in diesem Zusammenhang eher Hybridzustände zu verstehen sind.

Ziel der Untersuchung von Grenzen und Grenzräumen im historischen Kontext ist es, ihre Eigenschaften und Funktionen abzubilden und die Wahrnehmung sowie die Auswirkungen auf asiatische Gesellschaften und Regionen bzw. Netzwerke und ihre Akteure unter dem Gesichtspunkt (Im)mobilität zu erörtern. Dabei sollen sowohl ihre Funktion als physische Demarkation berücksichtigt werden, als auch ihre soziale Konstruktion.
 

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