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(Im)mobilität

Nicht zuletzt im Zuge der intensivierten Globalisierungsprozesse erhielt das Thema Mobilität in allen Forschungsfeldern der Geistes- und Sozialwissenschaften erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei umfassen die Untersuchungen ein breites Spektrum, so dass Mobilität von Individuen und Gruppen, Gütern, Konzepten, Informationen oder von Kapital, aber auch soziale Mobilität betrachtet wird. Diese Untersuchungen können sich dabei über unterschiedliche räumliche Dimensionen, von lokalen Kontexten bis hin zur globalen Ebene erstrecken oder innerhalb sozialer und virtueller Räume.

Mobilität ist ein intrinsisches Element des menschlichen (Zusammen)lebens und somit eine sozio-historische Konstante, die durch die gesamte Geschichte hinweg und in jeder Gesellschaft nachvollziehbar ist. Der Fokus des Bonner Asienzentrums – Crossroads Studies liegt auf eben dieser historischen Perspektive auf Mobilität in den Gesellschaften Asiens und konzentriert sich dabei auf das lange 19. Jahrhundert. Dabei dient der Schlüsselbegriff Mobilität als übergreifendes Konzept. Zwar konzentrieren sich einzelne Projekte bislang auf physische Mobilität, jedoch sollen zukünftige Untersuchungen auch soziale Mobilität und "travelling concepts" umfassen.

Um physische Mobilität in ihrer Vielfältigkeit zu erfassen und zu untersuchen, sollen zunächst folgende konkretere Formen von Mobilität in den Fokus gestellt werden:

- Reisen und Migration als spezifische Formen von Mobilität
- Netzwerke, da die Mobilität von Individuen und Gruppen signifikant mit sozialen Netzwerken zusammenhängt und gleichzeitig Mobilität den Auf- und Ausbau von Netzwerken erwirkt
- Grenzen und Grenzräume, d.h. geographische, politische, soziale und kulturelle Grenzen, die überschritten werden oder als Hindernisse und Begrenzung von Mobilität fungieren können.

Die Betrachtung von Mobilität muss auch Immobilität berücksichtigen, denn sie stehen in Wechselbeziehung zueinander und sind in einander übergreifend. So wie Individuen oder Gruppen die Entscheidung fällen mobil zu werden, kann ebenso eine Entscheidung für das nicht-mobil werden getroffen oder erzwungen werden. Das Potenzial für und die Fähigkeit zur Mobilität (motility) hängt dabei von eine Vielzahl kontextgebundener Faktoren ab.

Mobilität wird also als das Zusammenspiel sozialer und räumlicher Bewegungen über Austauschbeziehungen innerhalb von und zwischen Netzwerken gesehen. Demnach sind die gewählten Unterthemen in komplexer Art und Weise miteinander verflochten und bedingen sich gegenseitig. Die Untersuchung von (Im)mobilität im historischen Kontext soll Aufschlüsse geben über die Interaktion, Mobilisierungsformen und Handlungszusammenhänge innerhalb asiatischer Gesellschaften und über ihre Grenzen hinaus.
 

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